Wandern und Geologie erleben
Seit etwa 700.000 Jahren schneidet sich die Ahr tief in die Felsformationen zwischen Blankenheim und Sinzig ein. Wie beim Aufschneiden eines Kuchens, gibt sie uns so einen Einblick in die Gesteine des Untergrundes. Aus diesen Anschnitten kann man lernen, wie das Rheinische Schiefergebirge in dieser Region entstanden ist, wie Erzgänge und vulkanische Schmelzen ihren Weg durch diese Gesteine gefunden haben und auch wie die heutige Landschaft, eine Momentaufnahme in der geologischen Entwicklung, entstanden ist. Wir möchten Alle einladen die Geologie und den Bergbau an ausgewiesenen Wanderwegen zu erkunden.
Am Oberlauf, zwischen Blankenheim und Schuld schneidet die Ahr quer durch die Falten des Schiefergebirges. Kalke und erzführende Schichten des Mitteldevons wechseln langsam zu tonigen und sandigen Sedimenten. Ehemalige Vulkane haben diese, zum Teil fossilreichen, Gesteine mit ihren Schmelzen durchstoßen, wie am Aremberg.
An der Hohen Acht und an der Nürburg sind die höchsten Erhebungen der Eifel ebenfalls ehemalige Vulkane, deren Schlote aus fester basaltische Lava der Erosion widerstanden haben. Erzgänge durchziehen die Gesteine zwischen Adenau Insul und Dümpelfeld. Der Abbau ist längst eingestellt, lediglich Abbauhalden und der eine oder andere Stolleneingang belegen den intensiven Bergbau in dieser Region.
Zwischen Dümpelfeld und Altenahr zeichnet das Ahrtal eine alte Verwerfungszone mit Nord-Südrichtung nach. Auch hier kann der Faltenbau und die Sedimente, die sich in einem flachen Meeresbecken ablagerten, erwandert werden. Kleine Köhleflöze belegen einen intensiven Pflanzenwachstum entlang der Küste eines alten Kontinentes.
Von Altenahr bis Rech schneidet sich die Ahr tief in das Gestein ein, steile Felsklippe zeigen die Kraft der Ahr, die sich durch die Hebung der Region in den Untergrund eingeschnitten hat. An den steil aufgestellten Flächen sind die Wellenrippel des ehemaligen Meeresbodens noch gut erkennbar.